Nur wenige Millimeter große Larven von Channa spec. Fireback
Nur wenige Millimeter große Larven von Channa spec. Fireback

Die Königsdisziplin

Schlangenkopffische als Paar zu halten, ist bei manchen Arten auf Dauer schon nicht so leicht, aber die Tiere dann auch noch zum Ablaichen zu bewegen, ist teilweise schon recht schwer.

 

Wer sich in der Zucht versuchen möchte, sollte mit den einfacher zu züchtenden Arten beginnen. Zu empfehlen wären da alle Channa gachua (limbata) Arten, Channa orientalis, Channa pulchra und Channa andrao.

 

Da ich fast nur subtropische Channa pfelge, hier meine Vorgehensweise um die Tiere zur Paarung zu bewegen.

Was man mMn. unbedingt beachten sollte, ist eine kühlere Phase in den Wintermonaten einzuhalten. Die Temperaturen in meinen Becken schwanken im Winter zwischen 16 und 19 Grad und das für 3-4 Monate. In dieser Zeit wird sehr wenig gefüttert,ca. alle zwei Wochen eine Kleinigkeit.

Steigen die Temperaturen in den Becken dann wieder dauerhaft über 20 Grad, werden dann auch die Fütterungsintervalle wieder erhöht und die Fische werden wieder viel aktiver. 

Will man die Fische dann zur Paarung bewegen,gibt man zwei Wochen lang täglich bestes Futter (siehe unter Fütterung) und macht dann einen Teilwasserwechsel von min. 50%. Am besten hierfür ist kühles Regenwasser geeignet.

Schon während des Wasserwechsel fangen die Fische an zu balzen und es dauert in der Regel nicht mehr lange, bis das Männchen das Maul voller Eier hat.

Apropos... Bei Schlangenkopffischen unterscheidet man zwischen Maulbrütern (z.B. Channa gachua,Channa spec. Fireback,Channa spec. Redfin u.a.) und Offenlaichern,die ihre Eier in Nestern an der Wasseroberfläche ablegen (z.B. Channa punctata, Parachanna obscura). 

Maulbrüter haben in der Regel zwischen 40 und 60 Junge,bei Offenlaichern können es je nach Art, mehrere hundert Jungtiere sein.

 

Die gleichen Jungtiere wie oben auf dem Bild,ca. zwei bis drei  Wochen später
Die gleichen Jungtiere wie oben auf dem Bild,ca. zwei bis drei Wochen später

Hat das Männchen die Jungtiere aus dem Maul entlassen, erst mal keine Panik, die Eltern versorgen ihre Jungen ca. zwei Wochen lang noch selbst und man muss noch nicht zufüttern. 

Das Weibchen produziert sogenannte Nähreier, die sie ihren Jungen füttert. Dabei versammeln sich alle Jungfische unter der Mutter, sie krümmt sich ähnlich wie bei der Paarung und stößt die Nähreier über ihren Jungen aus. Die Jungfische wuseln wild durcheinander und fressen gierig die Eier.

Was man auch immer beobachten kann ist, das die Jungfische von der Schleimhaut ihrer Eltern abpicken, ähnlich wie es von Diskusfischen bekannt ist. Ob das jetzt der Ernährung dient, oder evtl. dabei hilft, das Immunsystem aufzubauen, ist mir nicht bekannt, hab darüber auch noch nichts gelesen.

Ca. 10-14 Tage nach dem Entlassen aus dem Maul des Vaters, fangen die Jungfische an, selbstständig  zu fressen. Alle kleineren Futtersorten sind geeignet,verschlungen wird alles was ins Maul passt, von daher ist die Aufzucht dann kein großes Problem mehr.

Meine Jungfische fressen am liebsten rote Mückenlarven, Artemia (aus deutscher Zucht), lebende Wasserflöhe, Lobstereier und gehacktes Muschelfleisch.

Bei Schlangenkopffischen herrscht Arbeitsteilung, das Männchen bewacht die Brut,das Weibchen sichert das Revier.
Bei Schlangenkopffischen herrscht Arbeitsteilung, das Männchen bewacht die Brut,das Weibchen sichert das Revier.

Haben die Eltern die Jungen erfolgreich großgezogen, kann es vorkommen, das es erst mal mit Frieden und Harmonie im Becken vorbei ist. Ein Zeitpunkt, an dem man seine Tiere sehr genau beobachten  und evtl. auch rechtzeitig eingreifen muss.

Wie man das handhabt, habe ich unter *Die Einrichtung* geschrieben...