Channa spec. Cobalt Blue

Relativ neu im Hobby (seit Anfang 2013) ist Channa spec. Cobalt Blue, eine bisher unbeschriebene subtropische Schlangenkopffart aus Indien. Als Fund - bzw. Fangort wird der Chel River in West Bengalen angegeben. Optisch ähneln sie sehr Channa sec. Five Stripe, welche ich auch bei mir schwimmen habe.

 

Von der Haltung her würde ich die Tiere als recht einfach einstufen, sie zeigen keine hohe innerartliche Aggressivität und auch beim Futter sind sie nicht sehr wählerisch. Ich füttere hauptsächlich Regenwürmer, Süßwassergarnelen, gefrorene Heimchen und ab und zu mal kleine Fischstücke. Zu grobe Brocken sollte man vermeiden, das mögen sie nicht sonderlich.

 

Da die Tiere aus subtropischen Gebieten stammen wird kein Heizstab im Becken benötigt und man sollte  ihnen eine kühlere Phase im Winter gönnen. Bei der Überwinterung sollte man jedoch aufpassen, das das Wasser nicht dauerhaft unter 17 Grad fällt, meinen Beobachtungen nach, scheint das den Fischen nicht sonderlich zu behagen. Bei 18 - 20 Grad fühlten sich die Fische deutlich wohler. In dieser Zeit fährt man die Fütterung wie bei allen subtropischen Channa Arten deutlich zurück. 

Nach ca. 10 - 15 wöchiger Ruhepause kann man die Temperaturen langsam wieder anheben, ab 22 Grad fangen die Tiere schon wieder an zu Balzen. Wie viele andere Schlangenkopffische sind auch die *Cobalts* Maulbrüter, wobei diese Tätigkeit vom männlichen Tier ausgeführt wird. Nach ca. 10 - 14 Tagen, je nach Wassertemperatur, entlässt das Männchen die Jungen aus dem Maul und deponiert sie an einer sicheren Stelle im Aquarium. Die Jungfische werden jetzt von Mutter und Vater gemeinsam bewacht, Eindringlinge, auch wenn es nur der Algenmagnet an der Scheibe ist der sich bewegt, werden sofort attackiert. Die Mutter füttert die erste Zeit Nähreier, nach ca. zwei Wochen fangen die Jungen dann an, selbst aktiv zu jagen.

 

Ähnlich wie Channa aurantimaculata graben Channa Cobalt Blue sehr stark, man sollte ihnen deshalb reichlich Kies zur Verfügung stellen. Schieferplatten und Wurzeln werden sehr gerne unterhöhlt und sich darin versteckt. Diese selbstgegrabenen Verstecke tragen sehr zum Wohlbefinden der Fische bei, weshalb man die Gruben nicht selbst wieder zuschütten sollte.

 

Channa Cobalt Blue sind von allen Schlangenköpfen die ich bisher hatte, die am schwersten zu fangende Art. Diese Fische haben ein riesen Talent dem Kescher zu entkommen.  Selbst wenn man sie schon im Netz hat muss man aufpassen, das sie nicht doch noch  mit einem Satz rausspringen.

 

Von der Optik und vom verhalten eine sehr empfehlenswerte Art die jedoch mit einer Endgröße von rund 25cm ein entsprechendes Aquarium zur Verfügung gestellt bekommen sollte. Mein Zuchtpaar bewohnt ein 150x50x50cm Becken, was ich für diese Art als ideal ansehe.

 

 

Hier ein kleines Video von meinen beiden Channa Cobalt Blue.